Nach Jahrzehnten erfolgreichen Schaffens als grafischer Gestalter widmet Rolf Rappaz sich ab Mitte der 1960er Jahre voll und ganz seinem künstlerischen Werk, indem er aus den  geometrischen Grundelemente Kreis, Viereck und Dreieck sowie den Primärfarben Rot, Gelb und Blau, erweitert durch Schwarz und Weiss, ein umfassendes Ausdruckssystem errichtet. Aus diesem Akt der Reduktion ergeben sich eine unerwartete Ausdrucksstärke und eine schier unerschöpfliche Formenvielfalt: Durch das Teilen, Vertauschen und Neuanordnen von Grundformen und -farben entstehen an Konstruktivismus und konkrete Kunst gemahnende Werke von überraschender Klarheit und Objektivität. 
Zur Umsetzung seiner künstlerischen Idee prägte Rappaz den Bildtypus des „Wechselbildes“, bestehend aus vier rechteckigen, beidseitig bemalten Holzfaserplatten. Diese zu einem Quadrat zusammengefügten und beweglich in einem Rahmen befestigten Bildelemente lassen sich beliebig umordnen; ein Vorgang, der sich mit dem Begriff Permutation benennen lässt und eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten beinhaltet. In den Fixbildern, dem zweiten Haupttypus von Rappaz’ künstlerischem Werk, ist jeweils eine besonders attraktive Permutationsvariante auf einem einzigen Bildgrund festgehalten. Das Formpotential der auch „Resultate“ genannten Varianten eines Motivs spielt Rappaz anhand von kleinen Papiermodellen systematisch durch und hält die interessantesten Resultate unter Angabe von Massen und Technik des auszuführenden Bildes in akribisch geführten Verzeichnissen fest.  Diese Art minutiöser Buchführung über Permutationsresultate, die zahlreichen Realisierungsanleitungen und kleinformatige Modelle von plastischen Entwürfen rücken Rappaz’ Werk in die Nähe eher zeitgenössischen Strömungen wie Minimal und Conceptual Art und legen ein Kunstverständnis offen, dem Idee und Konzept prinzipiell wichtiger sind als die eigentliche Ausführung.