Bruno Gasser (1947-2010)

Bruno Gasser wurde 1947 in Winterthur geboren. Nach einer Ausbildung zum Bühnenbildner und dem Studium an der Malfachklasse der Schule für Gestaltung in Basel bezog er ein Atelier in der Ateliersgenossenschaft Kaserne, in dem er bis zuletzt arbeitete. 1971, 1972 und 1973 erhielt Gasser (als erster dreimal in Folge) das Eidgenössische Kunststipendium, welches ihn nach Rom, Düsseldorf und Paris führte und einen regen internationalen und interdisziplinären Austausch ermöglichte. Es folgten weitere Stipendien und Auslandaufenthalte und ein umfangreiches künstlerisches Werk.
Unzählige Ausstellungen im In- und Ausland, Kunstwerke im öffentlichen Raum, Künstlerbücher, Publikationen über Kunstschaffende sowie diverse Filmdokumentationen machten Bruno Gasser zu einem der vielseitigsten und interessantesten Kunstschaffenden der Region. Durch den Aufbau und die künstlerische Leitung des RappazMuseums hat er auch einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Reichtum Kleinbasels geleistet.
Im Zentrum von Bruno Gassers Kunst steht ein eher unbeachtetes und doch weit verbreitetes Stück Natur, das Gras. Oszillierend zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion untersucht er anhand des Themas, das ihn ein Leben lang beschäftigte, die grundlegenden Fragen der Malerei und der Wahrnehmung: es geht um die Wirkung von Farbe und Licht, um Strukturen und Rhythmen, um serielle Abfolgen. Dabei vollzieht sich die Entwicklung des künstlerischen Projekts im Wechsel der Techniken und Gattungen zuerst zweidimensional – von der Acrylmalerei über die Graphit- und Fettkreidezeichnungen zurück zur Acrylmalerei –, und ab den 1990er Jahren auch dreidimensional: Grossplastiken aus dünnem Stahl reproduzieren nicht nur die Gestalt, sondern simulieren auch die Bewegungsdynamik des Grases.
Der 2010 verstorbene Künstler verstand sein Schaffen als Denken in Farbe, aber auch als Moment der Kommunikation. Tatsächlich berüht, schärft, erweitert und beeinflusst die vitale Vielfalt von Gassers Grasmalerei die Wahrnehmung des Betrachters und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Werke von Bruno Gasser sind an verschiedenen Orten des öffentlichen Raums in Basel zugänglich. Vom Samstag, 21. Mai 2011 bis zum Sonntag 19. Juni wird Bruno Gassers Schaffen in einer grossen Gedenkausstellung gewürdigt.